Hallo und herzlich Willkommen zur 29. Ausgabe „Mediapreneur“.
Hier schreiben Sören Mannschitz und David Reiter jede Woche abwechselnd für Medienschaffende, die unabhängig publizieren.
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(Öffnet in neuem Fenster)Kein Mensch startet beruflich "was mit Medien", weil er besonders viel Geld verdienen möchte. Menschen, die sich für Geld verdienen und Unternehmertum interessieren, landen meist in anderen Bereichen. Das führt (etwas verkürzt dargestellt) dazu, dass wir in unserer Medienlandschaft beim Thema Unternehmertum, Geld verdienen und nachhaltiges Wirtschaften strukturell nicht besonders gut aufgestellt sind.
Mich haben beide Themen schon immer interessiert: Journalismus auf der einen Seite und Unternehmertum auf der anderen. Nach dem Abi stand ich vor der Entscheidung, ob ich etwas mit Journalismus machen oder Richtung BWL beziehungsweise VWL gehen soll. Und ich habe fast 15 Jahre gebraucht, um zu begreifen, dass diese Entscheidung eigentlich unnötig war. Ich kann ja beides machen. Journalismus und Unternehmertum schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Sie bedingen sich sogar gegenseitig. Für uns Mediapreneure gehören beide Welten zusammen.
Vielleicht hat mich auch deshalb die Startup-Welt schon immer fasziniert. Also nicht der Bling Bling Quatsch. Sondern ein funktionierendes Geschäftsmodell aufzubauen und daraus anschließend ein Scale-up zu machen. Mehr Kunden. Mehr Märkte. Mehr Mitarbeitende.
Für Mediapreneure bedeutet Scale-up aber etwas anderes. Unsere Scale-up-Phase beginnt zwar ebenfalls dann, wenn wir herausgefunden haben, was funktioniert. Ab diesem Zeitpunkt geht es bei uns aber nicht darum, immer mehr zu machen. Sondern immer weniger. Alles abzuschneiden, was unnötig ist. Wiederkehrende Abläufe in Systeme bringen. Strukturen aufbauen. Prozesse vereinfachen. Damit wir uns unser 1-Mensch-Unternehmen überhaupt leisten und möglichst viel Zeit und Energie in die Dinge investieren können, die uns wirklich wichtig sind.
Jede Ausgabe ist ein eigenes Start-up
Diesen Gedanken habe ich schon während meiner Zeit im Verlag immer wieder erlebt. Mein damaliger Verleger hat mir einmal gesagt, ich solle jede Ausgabe wie ein eigenes Startup betrachten. Für mich hieß das, unsere Prozesse für Content, Distribution und Monetarisierung immer weiter zu systematisieren.
Ich habe mir angeschaut, welche Abläufe bei jeder Ausgabe wiederkommen, welche Schritte sich standardisieren lassen, wo wir unnötig Zeit verlieren. Und wie wir verhindern können, bei jeder Ausgabe wieder bei null anzufangen.
Diese Systematisierung hat letztlich dazu geführt, dass wir nicht mehr von der Hand in den Mund gelebt haben, sondern dass wir nachhaltig planen konnten. Wir mussten uns nicht mehr von einer Ausgabe zur nächsten hangeln, nicht mehr die eine Ausgabe erst komplett finanzieren, bevor wir mit der nächsten anfangen konnten. Stattdessen haben wir einen Jahresplan gebaut und nicht nur die aktuelle, sondern gleichzeitig auch die kommenden Ausgaben vertrieben, die sich dann dadurch wesentlich früher, stabiler und besser gegenfinanziert haben. Erst dadurch war ein monatlicher Erscheinungsrhythmus überhaupt möglich.
Ich glaube, genau darin liegt auch für viele Mediapreneure heute der größte Hebel. Nicht noch mehr Content zu produzieren. Nicht noch einen weiteren Kanal zu bespielen. Sondern die Dinge, die bereits funktionieren, so zu organisieren, dass sie dauerhaft funktionieren.
Mein damaliger Verleger hat mir übrigens noch einen zweiten Satz mitgegeben:
"Copy and steal everything"
Gemeint war natürlich nicht, Menschen zu beklauen. Sondern sich bei Kolleg:innen abzuschauen, wie sie arbeiten. Welche Prozesse funktionieren. Welche Ideen, Pitches oder Vorgehensweisen sich bewährt haben. Und daraus das eigene Setup zu bauen.
Als Mediapreneure haben wir leider keine Kolleg:innen, die mit uns ihre Prozesse, Ideen und Erfahrungen teilen. Genau deshalb haben wir die Media Sales Community gegründet. Ein Ort, an dem Mediapreneure voneinander lernen, ihre Setups gegenseitig hinterfragen und gemeinsam bessere Systeme entwickeln.
Der gemeinsame Nenner aller Mitglieder: Wir wissen, dass wir verkaufen müssen. Dass wir uns nachhaltig finanzieren müssen. Aber wir alle wollen verkaufen, ohne unsere Kredibilität und das Vertrauen unseres Publikums zu gefährden.
Alle, die das ebenfalls als existenziellen Wert sehen, sind herzlich eingeladen, gemeinsam mit uns den eigenen Vertrieb aufzubauen, auszubauen und zu optimieren (egal, ob es um Werbung, Sponsoring, Workshops oder Events geht). Die ersten Mitglieder sind bereits im Onboarding - und freuen sich auf viele weitere neue “Kolleg:innen”. Neugierig? Hier geht es zu den Kennenlern-Calls: Termine zum Kennenlernen (Öffnet in neuem Fenster)
Frische Grüße
sendet dir
Sören
Ps: Du willst erst mal alleine schauen? Auf der Landingpage unseres Mediasales Basecamps (Öffnet in neuem Fenster) findest du einen ersten Einblick, wobei wir dir helfen.

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