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Bewerbungsgespräche war früher

Hallo und herzlich Willkommen zur 34. Ausgabe „Mediapreneur“.

Hier schreiben Sören Mannschitz und David Reiter freitags für Medienschaffende, die unabhängig publizieren.
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TrennerAutor dieser Ausgabe ist Sören Mannschitz (Öffnet in neuem Fenster)

Werbung verkaufen ist wie sich auf einen Job zu bewerben. Du musst dich auf jeden Fall an den korrekten Ablauf des Prozesses halten. Du kannst nicht einfach zum Vorstellungsgespräch gehen, ohne vorher eine Bewerbung geschickt zu haben. Und wenn du alles richtig machst, dann bedeutet dass nur, dass du am Ende sicher ein Ja oder Nein bekommst. Nicht mehr und nicht weniger So läuft dieses Spiel halt. Die Belohnung ist in beiden Fällen, egal ob du um auf einen Job oder ob um einen Kooperationspartner wirbst, dass du bei Erfolg dafür bezahlt wirst das zu tun, was du gerne tust. Ein Ziel, für das es sich lohnt zu kämpfen. Oder?

Damit du dich nicht in unzähligen Details verlierst und weißt, welche Schritte du in welcher Reihenfolge nacheinander durchgehen musst, hier eine kurze Übersicht der acht Stufen, (inklusive der teuersten Fehler zu jeder Stufe).

Stufe 1: Pitch

Jede Kooperation beginnt mit der ersten Stufe, dem Pitch. Hier geht es einzig darum, das Interesse an einer Kooperation zu wecken. Das Ziel ist es, gemeinsam in die Verhandlungsstufe überzugehen. Die gängigsten Fehler:
-zu langer Pitch
-zu kompliziert
-irrelevanter Pitch
-Pitch nur über einen selbst (Mein Kanal, meine Follower, meine Reichweite)
-Pitch an die falsche Person

Stufe 2: Verhandlung

Ist das Interesse geweckt, geht es in die Verhandlungsstufe und darum, dass alle Seiten ihre Vorstellungen austauschen. Das Ziel ist es, gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten, die den Interessen aller Beteiligten gerecht werden. Die gängigsten Fehler:
- Total viele Sachen kostenlos zusätzlich anbieten
- Nur ein Angebot machen und Kunden keine Möglichkeit geben, etwas Größeres zu kaufen
- Für Kleinigkeiten extra Geld verlangen
- Mit dem Preis einfach runtergehen, ohne Gegenleistung
- Ganz allgemein: Sich unter Wert verkaufen

Stufe 3: Vertrag

Ich bin natürlich kein Vertragsexperte und kann keine rechtlichen Empfehlungen oder Ratschläge geben und bitte dich, dir hier im Zweifelsfall entsprechende Rechtsberatung an deine Seite zu holen (Du kennst einen entsprechenden Anwalt, den du empfehlen kannst? Melde dich mal bitte bei mir :)).

Meine Erfahrung ist, dass ich bei Verträgen keinerlei (negative) Erfahrung gemacht habe. Mein Grundsatz: Ich hole mir immer einmal schriftlich, per Mail, eine Bestätigung zu dem Auftrag, meist einen Einzeiler als Antwort auf mein Angebot. In dem Angebot liste ich den Leistungsumfang und die Kosten auf. Die Zahlungsbedingungen gehen aus den RGBs hervor.

Stufe 4: Konzept

Bevor ich mit der Produktion starte, erstelle ich ein Konzept. Für mich. Und für meine Partner. Nur so kann ich sichergehen, dass wir nicht an unterschiedlichen Visionen arbeiten. Der gängigste Fehler hier:
- Dem Kunde kein Konzept schicken

Stufe 5: Feedback

Oft sind es die kleinen Details die darüber entscheiden, ob ein Partner die Zusammenarbeit rückblickend positiv bewertet oder nicht. Der Umgang mit Feedback und Wünschen zahlt hier direkt auf diese Bewertung ein und bildet die Grundlage für langfristige und nachhaltige Partnerschaften.

Die gängigsten Fehler:
- Kein Feedback vom Kunden einholen
- Unklare Kommunikation, die zu Missverständnissen und zu viel “klein klein” führt

Stufe 6: Freigabe

Alle Feedbackschleifen sind gedreht. Alle Wünsche sind eingearbeitet. Jetzt heißt es: Sich die Freigabe für die finale Version holen.

Die gängigsten Fehler:
- Keine Freigabe einholen
- Dauer und Komplexität für Freigabe unterschätzen (z.B. bei Großkonzernen, “staatlichen” Kunden, Agenturaufträgen oder Kunden aus sensiblen Bereichen (z.B. Pharma))

Stufe 7: Veröffentlichung

Die Freigabe ist da. Wir sind am Ziel. Jetzt nur noch auf “veröffentlichen” drücken und fertig? Nein! Vor der Veröffentlichung ist es unsere Aufgabe, unserem Content nochmal eine interne “finale Freigabe” zu verpassen. Die gängigsten Fehler:
- Vor der Veröffentlichung nicht alle Links, Codes, Anmeldungen, Termine, Landingpages und (Bild)-Materialien final checken
- Kooperationspartner nicht über Veröffentlichung informieren
- Content während der Veröffentlichung nicht begleiten

Schritt 8: After Sales

Nach der Veröffentlichung kommt der letzte Schritt im kompletten Prozess: Die Nachbereitung. Hier legst du die Grundlage dafür, dass aus einer einmaligen Kooperation eine nachhaltige und langfristige Partnerschaft wird, indem du im Rahmen deines Reportings die Kooperation nochmal zusammenfasst und eine Empfehlung für die nächste Zusammenarbeit aussprichst.

Die gängigsten Fehler:
- Kein Reporting schicken
- Reporting nur schicken, wenn der Partner danach fragt
- Partnern kein Reporting schicken, wenn die Kooperation nicht so erfolgreich lief

Noch ein paar letzte Worte:

Nichts wird im Mediasales mehr überschätzt, als das Mediakit. Die Vorstellung ist oft: Ich erstelle mein Mediakit, verschicke das und dann verkauft das quasi “von allein”.

Gleichzeitig wird im Mediasales auch nichts mehr unterschätzt als das Reporting nach der Zusammenarbeit. Das Reporting wird oft als notweniges Übel hintenraus weggelächelt. Von “Oh ja, stimmt.” und “Mach ich, wenn ich etwas Zeit frei hab” über “Nächste Woche!” zu “Nur, wenn der Kunde danach fragt”. Dabei schafft ein gutes Reporting genau das, was sich alle von ihrem Mediakit wünschen: Es verkauft die nächste Zusammenarbeit “von allein”.

Wenn du also in den letzten 260 Tagen eine Kooperation umgesetzt, aber bisher noch kein abschließendes Reporting geschickt dazu hast, dann tu mir den Gefallen und hol das in den kommenden sieben Tagen unbedingt nach. Weil: Du lässt da gerade Geld liegen. 🙏🏼

Frische Grüße von ganz unten
sendet dir
Sören

Ps: Unsicher, wie du dein Reporting aufbaust? Meld dich gern. Aber bitte bitte bitte: Lass diese Kunden nicht liegen.

(Die wertvollsten Kunden sind deine Bestandskunden!!!)

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Kategorie Magazin